PROBEBÜHNE EINS (Ausgabe 2009)

„Probebühne Eins“ ist ein Werkstatt-Format, bei dem Arbeitsproben, kurze Experimente und Projekte im Entstehen gezeigt werden. Aus zehn rund zehnminütigen Projektideen aus zeitgenössischem Tanz und Performance werden zwei unterschiedliche Abende gestaltet.

FREITAG, 20. MÄRZ, 19:30 UHR, P1:
Marie-Alice Schultz | Maureen Kägi: „in die Gänge! (Anordnung für Schuhe und Fotogram)“
Antoine Effroy: „Öffentlichkeit“
Hana Tefrati: „Rabbits“
Raisa Kröger: „eye tracking“
Diana Patricia Escobar: „Öffne die Tür“

SAMSTAG, 21. MÄRZ, 19:30 UHR, P1:
Ursina Tossi | Johannes Miethke: „ZONE“
Antoine Effroy: „Try Out“
Elizabeth Ladrón de Guevara: „Balance“
Nina Heinzelmann: „Schnee“
Yolanda Gutiérrez: „about lucha libre – Film, Tanz und Wrestling“

12 € | ERMÄSSIGT 8 €

Zum Abschluss von „Probebühne Eins“ findet am Sonntag, 22. März, 14:00 Uhr ein Roundtable zum Thema Werkstatt-Formate statt. Weitere Informationen unter Moving Heads.

PROJEKTE

Marie-Alice Schultz | Maureen Kägi: „in die Gänge! (Anordnung für Schuhe und Fotogram)“
Ausgangspunkt für „in die Gänge!“ ist, die Reproduzierbarkeit von Bewegung zu erforschen. Wie lässt sich ein Abbild einer Bewegung schaffen? Wie gelingt es, sie sich auf ein zweidimensionales Medium zu übertragen?
Zum einen wird anhand eines Fotogramms, das während der Dauer der Performance entsteht, die Verbindung zwischen dem statischen Bildträger, einer mit Fotoemulsion bestrichenen Bühnenwand, und den Bewegungen, die eine Tänzerin im Aufführungsraum ausführt, hergestellt. Zum anderen wird der Gedanke einer Spur, eines Notats, auf sprachlicher Ebene übernommen, indem eine Sprechperformerin versucht, die Geschichte ihrer (abgenutzten) Schuhe zu rekonstruieren.
Von und mit: Maureen Kägi und Marie-Alice Schultz


Antoine Effroy: „Öffentlichkeit“
„Öffentlichkeit“ meint die Öffentlichkeit eines choreographischen Arbeitsprozesses, den Antoine Effroy 3 Wochen lang mit 4 Tänzerinnen geführt hat. Dabei ging es darum, die bisherigen ästhetischen Kriterien, die Wahl der Gestik, die Nutzung des Raumes etc. neu zu untersuchen und zu definieren. Ziel ist es, sich vom bildlichen, erzählerischen Charakter sowie von reiner, formaler Abstraktion abzuwenden und die Wahrnehmung des Betrachters direkt auf den Körper als Präsenz zu fokussieren.
Für „Probebühne Eins“ sind zwei Formen entstanden: Die erste ist eine offene Situation, die eine halbe Stunde lang vor der Vorstellung in der Halle des K3 stattfindet. Der Betrachter sollte seiner Wahrnehmung folgend seine eigene Handlung schaffen. Die zweite Form ist für die Bühne und das Format dieser Veranstaltung konzipiert. Die Handlung sollte hier für alle Zuschauer die gleiche sein.

Von Antoine Effroy. Mit Judith Newerla, Anja Meister, Brenda Steinecke


Hana Tefrati: „Rabbits“
In einer Echtzeit - Komposition begegnen sich Philipp van der Heijden und Hana Tefrati: Während sie ihrem eigenen Research nachgehen, ihr Bewegungsmaterial und ihre Interessen bewahren, suchen sie zugleich nach gemeinsamen Schnittstellen. Ein Stichwort ist die Bemühung um die Ehrlichkeit des Geschehens. Das Publikum darf diese Ehrlichkeit anzweifeln und hat somit Einfluss auf den Verlauf des Stückes.
Tanz: Hana Tefrati, Philipp van der Heijden


Raisa Kröger: „eye tracking“
„Eine Black-box unterbricht mit Unwissen eine Folge von Erkenntnissen oder schlägt eine Lücke in einen hellen, klaren Raum.“ M.Serres
Inside: Katharina Meyer (learned how to walk at the age of 12 month)
Outside: Raisa Köger (had blond hair until she was 5)
Time-frame: Aereogramme


Diana Patricia Escobar: „Öffne die Tür“
Der Körper und die Seele beanspruchen für die eigene Energieentfaltung einen großen Raum, der in unserer Gesellschaft fortwährend Behinderungen erfährt. Unsere Sinneswahrnehmung und unsere Gedanken werfen ständig Fragen über unsere Existenz auf, die unbeantwortet bleiben. Wir werden dadurch zu Marionetten, gefangen im Netz dieser Gedanken, regiert von den Fäden unserer Gesellschaft. „Öffne die Tür“ ist ein Versuch, diesem Netz zu entkommen und sich dem Publikum als reiner Mensch zu zeigen. Zum Andenken an Thomas E. Martin.

Choreographie und Tanz: Diana Patricia Escobar
Kostümkonzept : Diana Patricia Escobar
Kostümobjekt: Inocencia Lista
Beleuchtung: Yaminah
Herzlichen Dank an: Sergio Perandones und CDSH

Diana Patricia Escobar stammt aus Kolumbien, wo sie Tanzfolklore und Salsa studierte und an diversen Theaterprojekten mitwirkte. Seit 2002 lebt sie in Deutschland und hat ihre Ausbildung als zeitgenössische Tänzerin in der Contemporary Dance School Hamburg absolviert. Neben eigenen Tanzprojekten in den Bereichen Improvisation, Tanztheater, Flamenco und Modern Dance (Nómade, Festival Eigenarten) ist sie Mitglied des orientalischen, zeitgenössischen Ensemble Muse.

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Ursina Tossi | Johannes Miethke: „ZONE“
Ich weiß nicht, was hier geschieht, wenn hier kein Mensch ist, aber es braucht bloß einer aufzutauchen, schon gerät alles in Bewegung. (Tarkowskj/Stalker)
Die ZONE ist ein leerer, unbeschriebener Raum: Strukturlos, zeitlos. Orientierung entsteht durch den Anderen, der den Raum betritt: den Gast. Er erteilt Aufträge, beeinflußt, er berührt und läßt sich berühren, er hinterläßt seine Spuren.
Die Choreografin stellte sich im Jan 09 im K3 den Gästen als Tänzerin und den Raum als Labor zur Verfügung.
Gäste: B. Steinecke-Soto, J. Nerwerla, C. Tossi, A. Pinto, J. Miethke, K. Witzeling, J. Beyer.
Choreografie/Tanz: Ursina Tossi
Ton: Johannes Miethke

Ursina Tossi ist freie Choreografin und Tänzerin. Sie studierte Tanz  in Ludwigshafen, Philosophie an der Universität Mannheim und Performance in Hamburg. Sie arbeitete u.a. mit  Aki Kato, Tamaki Serizawa und Filip van Huffel zusammen.
Johannes Miethke ist Feldenkraispädagoge und freier Musiker. Neben Percussion und Klavier beschäftigte er sich mit Tanz und Verfahren aus der Körperarbeit und spielte in Berlin in verschiedenen freien Theaterproduktionen.  Seit 2007 arbeitet er mit Ursina Tossi zusammen.


Antoine Effroy: „Try Out“
Im Rahmen eines umfangreicheren Projektes, das sich um das Thema „Innen-Außen“ dreht, möchte ich mit „Try Out“ das „Proben draußen“ ausprobieren.
Es wird eine kurze Performance gezeigt, die mit einer „drinnen/draußen“-Situation spielt. Nach dem Motto „Die Handlung ist tot“ muss auch der Held sterben. Dabei wird versucht, den Held oder Handlungsträger, der in mir als Tänzer immer noch steckt, symbolisch (und handlungsvoll!) zu beseitigen. Die Zuschauer werden bei diesem 10-minütigen pathetischen Ende als machtlose Zeugen anwesend sein.
Von und mit Antoine Effroy

Antoine Effroy studierte am C.N.D.C. d’Angers und arbeitete international als Tänzer u.a. mit verschiedenen Tanzkompanien in Paris sowie mit Felix Ruckert und Carlotta Sagna. Er lebt in Hamburg, kreiert zusammen mit Anne Rudelbach eigene Projekte (74’ 2004, Stand-By 2006, Lichtung - Diptychon 2008) und unterrichtet am Hamburger Schauspiel-Studio Frese.


Elizabeth Ladrón de Guevara: „Balance“
„Balance“ ist eine zeitgenössische Tanzperformance, die sich auf künstlerische Weise mit dem Thema Gleichgewicht – Ungleichgewicht in uns und unserer Gesellschaft auseinandersetzt. Die Abhängigkeit voneinander, die wechselseitige Auswirkungen zwischen Individuum und Masse sowie die innere Balance des Einzelnen bilden die thematische Grundlage des Stücks.

Konzept und Choreographie: Elizabeth Ladrón de Guevara
Tänzerinnen: Brigitte Layer, Sarah Maschhori, Anja Rupprecht und Elizabeth Ladrón de Guevara.


Nina Heinzelmann: „Schnee“
Einer geht. Freiwillig.
Freiwillig? Früh.
Und was machen wir jetzt?

Tanz und Choreographie: Nina Heinzelmann
Coach und Choreographie: Susanne Busse


Yolanda Gutiérrez: „about lucha libre“ Film, Tanz und Wrestling
Wenn man Wrestling hört, denkt man sofort an den amerikanischen Stil aus den USA. Doch entwickelte sich in Mexiko in den 1930er Jahren ein eigener Stil lucha libre, der viel mehr mit Akrobatik und Martial Arts zu tun hat und den Yolanda Gutiérrez seit ihrer Kindheit kennt. Nun hat sie in ihre Heimat einen Film über lucha libre für die Bühne gedreht, der als Vorlage für die Choreographie dient. Dabei wird lucha libre als choreographisches Mittel untersucht und zu Bewegungsmaterial transformiert. Kurz tauchen zwei maskierte Wrestler auf, zeigen ihr Warm-up und ein paar moves.
Dieses Try Out ist das Präludium für das abendfüllende Stück „Superhero“, welches mit dem amtierenden Europameister Karsten Kretschmer im November 2009 im Kulturhaus 73 gezeigt wird.

Choreografie, Tanz, Filmregie und Kamera: Yolanda Gutiérrez
Mit: „The Silver Storm“ und „Black Lila“
Gast: Sven Laube
Coach Wrestling: Karsten Kretschmer
Film Co-Regie und Schnitt: Andrew Tucker

Mit besonderen Dank an: die Wrestling Schule „Nordisch Fight Club“, Producciones Madre Terra, Arena Isabel und ihr Manager Dr. Eduardo Cué, University of Morelos, Michael Raudies, Andrew Tucker, Sven Laube, Judith Schneiberg,  Mischa Zolot und das K3 Team.

„Die Zuschauer interessiert es nicht, ob der Kampf echt ist oder nicht und das ist gut so: sie vertrauen auf die erste Tugend des Spektakels, welche jegliche Motivation und Konsequenz aufhebt. Wichtig ist nicht, was sie denken, sondern was sie sehen.“ Roland Barthes


Probebühne eins - Ausschreibung

© Ewa Ferens

PROBEBÜHNE EINS möchte KünstlerInnen aus Hamburg und außerhalb Raum geben, um Ausschnitte, kurze Try Outs oder work-in-progress zu zeigen. Zur Bewerbung eingeladen sind Arbeiten aus dem Bereich zeitgenössischer Tanz und Performance. Die Dauer sollte 10 Minuten nicht wesentlich überschreiten. Es können maximal 10 Projekte gezeigt werden. Die technische Einrichtung wird vom K3 gestellt. Die Projekte müssen in diesem technischen Rahmen realisierbar sein. Darüber hinaus stehen keine Produktionsmittel zur Verfügung. Im Anschluss gibt es die Möglichkeit eines Feedbacks. 

Die Bewerbungsfrist für 2009 ist abgelaufen.

Technische Einrichtung:
Bühne (ca. 10x11), Tanzteppich, Beamer (mobil), Opera, Grundlicht mit Specials, Zuspieler (CD, DVD), 3 Mikros (Funk)

Download Anmeldebogen

Informationen | Anfragen:
Tel.: 040 / 27 09 49 - 45
E-mail: tanzplan@kampnagel.de