Probenbesuche am 15. Mai

© Annelies van Assche

Kultur.Forscher!

K3 | Tanzplan Hamburg und Gymnasium Corveystr. kooperieren im Rahmen des Projekts Kultur.Forscher! der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung (2009 bis 2011). Im Zuge des Projekts geht es um die Erforschung, Analyse und den kreativen Umgang mit der eigenen Umgebung und die Frage, wo Alltag Kultur ist oder zu Kultur werden kann. Es geht um reflektierendes Forschen, recherchieren, investigieren und die auch sonst immer wieder kehrenden Fragen: Wieso ist das so? Warum macht man das so und nicht anders? Kann man das auch anders  handhaben? Was verändert sich dadurch? Welche Bedingungen stellt das auf die eine oder andere Weise her? Es geht darum, ein Bewusstsein für die eigene Umgebung zu entwickeln, ein eigenes Verhältnis dazu und ggf. einen neuen Umgang damit.

Für das Projekt des Gymnasium Corveystr. wird dafür das Schulgelände und seine Umgebung zum Forschungsobjekt gemacht. Die alltägliche Umgebung der Schülerinnen und Schüler verschwindet nur allzu leicht in der unbewussten Wahrnehmung, in der bestenfalls nur noch große oder gravierende Veränderungen bewusst auftauchen. Ansonsten zeichnen sich Bewegung, Nutzung und Wahrnehmung der schulischen Einrichtungen, des Geländes und des Schulwegs vor allem durch Automatismen und subliminale Wahrnehmung aus. Demgegenüber haben die architektonische und funktionelle Anlage der Schule jedoch ganz gravierenden Einfluss auf das Verhalten der Schülerinnen und Schüler, ihren Umgang mit Räumlichkeiten, Einrichtung, anderen SchülerInnen und sich selber. Besonders deutlich wird dies an der architektonischen Anlage des Schulgeländes und der Gebäude. Die Art wie die architektonischen Bestandteile angelegt sind verändert die Topographie des Geländes und beeinflusst die Bewegung der SchülerInnen. Welchen Weg kann ich wählen, um von A nach B zu kommen und gibt es unter Umständen verschiedene Möglichkeiten? Welcher Weg wird mir für welches Ziel nahe gelegt? Wo komme ich nie vorbei? Wo kann ich mich aufhalten, wo kann ich nur entlang gehen?

Dieses Projekt soll die bewusste Auseinandersetzung mit Schule als sozialem Ort fördern – auf der Basis selbst gestellter Aufgaben, die sich an den Interessen, Vorlieben oder auch Abneigungen der SchülerInnen orientieren und sich auf den Standort Gymnasium Corveystr. (Schulgebäude und -gelände an sich und im Kontext der angrenzenden Bebauungen und Institutionen / Nachbarn) beziehen. Wesentliche Stichworte sind dabei Geographie, Topographie, Choreographie.

Das Kulturforscher-Projekt von Corvey und K3 versteht sich als Disziplinen und Fächer übergreifendes Projekt. Musik, Darstellendes Spiel, Bildende Kunst, Tanz sollen nach Möglichkeit mit einander verzahnt werden. Die Forschung soll aber nicht notwendigerweise von diesen Sparten ausgehen, sondern soll durchaus auch andere Perspektiven einbeziehen, die aus den diversen Unterrichtsfächern kommen: Musik, PGW, Geographie, Sport, Deutsch, Physik etc. Jedes Unterrichtsfach kann zur spezifischen Perspektive auf das gleiche Untersuchungsobjekt werden und eigene Ergebnisse oder Arbeitsansätze hervorbringen. Darüber hinaus kann so jeder Schüler, kann jede Schülerinnen einen eigenen Ansatz entsprechend des Untersuchungsobjekts, den eigenen Fähigkeiten und Interessen wählen. Dementsprechend sind die FachlehrerInnen aufgefordert, den Schülerinnen und Schülern im Bedarfsfall als Berater zur Seite zu stehen. Da dieses Projekt nicht primär auf Wissensvermittlung, sondern in erster Linie auf die Herausbildung von Aufmerksamkeit, der Fähigkeit und dem Willen weiter zu fragen und an etwas dran zu bleiben abzielt, ist es von großer Bedeutung, dass die (immer wieder und auch hier) geforderte eigene Initiative der Schülerinnen und Schüler auf eigenem Interesse basiert. Gleichzeitig soll durch das Projekt erfahrbar werden, inwiefern künstlerische, wissenschaftliche und soziale Fragestellung mit einander zusammen hängen und sich gegenseitig beeinflussen/bedingen.

Im Rahmen der TuSch-Partnerschaft zwischen Corvey und K3 wurde bereits die Mobile Choreographie Akademie von Friederike Lampert (Choreographin, Tanzpädagogin, Tanzwissenschaftlerin und Leiterin des K3-Jugendklubs) erfolgreich eingeführt und weiter entwickelt, die über eine Verbindung von Tanzpraxis und Theorie Schülerinnen und Schülern das eigenständige Entdecken von Tanz als exemplarischer Kunst- und Kulturform in Auseinandersetzung mit anderen Kunstformen ermöglichte. Die Mobile Choreographieakademie soll im Rahmen von Kultur.Forscher! weitergeführt werden und den beteiligten Schülerinnen und Schülern Impulse geben für ihre künstlerisch-theoretische Auseinandersetzung sowie Möglichkeiten für die praktische Umsetzung geben.


Präsentation 19. Mai 2011 am gymnasium Corveystraße

Seit 2009 ist K3 | Tanzplan Hamburg zusammen mit dem Gymnasium Corveystraße Partner im Projekt Kultur.Forscher!, das von der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung und der PWC-Stiftung ins Leben gerufen wurde.

Nach zwei sehr spannenden Jahren geht dieses Projekt mit dem Schuljahr 2010/2011 vorerst zu Ende. In diesem Schuljahr haben die ChoreographInnen Lucia Glass und Antoine Effroy mit zwei Kursen aus Jahrgang 9 gearbeitet.

Am 19. Mai werden sie die zwei Projekte, die sie zusammen mit den LehrerInnen entwickelt haben, im Gymnasium Corveystraße präsentieren.

Aktuell: Präsentation am 19. Mai 2011