Keyvisual
ROUND TABLE

QUO VADIS KARRIERE

Die Arbeit als Künstler*in erfordert ein hohes Maß an Flexibilität in vielen Bereichen; Organisation, Kommunikation, Inhalte, Arbeitsformate, Arbeitsorte. Zu Beginn der Karriere ist diese Flexibilität noch relativ leicht zu leisten und vielfach sind Strukturen und Förderung speziell auf die Phase „Nachwuchs“ abgestimmt. Im weiteren Verlauf der Karriere wird es durch größer und komplexer werdende Arbeitsstrukturen schwieriger den Anforderungen von Flexibilität zu entsprechen. Während Weiterentwicklungen auf inhaltlicher, ästhetischer und handwerklicher angestrebt werden und der Nimbus Nachwuchs relativ schnell verschwindet, bietet die Infrastruktur keine entsprechenden Entwicklungsschritte, so dass ein starkes Spannungsfeld zwischen Arbeitsrealität und Arbeitsmitteln entsteht.
Zum Start dieses Round Tables sollen im Austausch unterschiedliche Abschnitte der künstlerischen Entwicklung charakterisiert und einhergehende strukturelle Notwendig-keiten definiert werden.

 

Um Anmeldung wird gebeten bis zum 23.01. unter: tanzplan2@kampnagel.de

 

Eine Veranstaltung von K3 | Tanzplan Hamburg mit dem DfdK.

31.01. | 18:00 | K33 | Eintritt frei
 
HENNING FÜLLE (BERLIN) | ANTJE PFUNDTNER (HAMBURG)

KOLLEKTIV, KOMPANIE, ENSEMBLE: PRODUKTIONSWEISEN ZEITGENÖSSISCHER TANZ- UND THEATERKUNST

Erst im letzten Drittel des 20. Jahrhunderts haben sich in Deutschland mit „Freien Gruppen“ oder der „Freien Szene“ alternative Formen der Kunstproduktion herausgebildet, die auf die kulturellen Entwicklungen der Postmoderne und der kulturellen Globalisierung reagieren: Produktionsweisen, die bewusst das „ganze Publikum“ im Blick haben und Projekte hervorbringen, die die bildungsbürgerlichen Ideale der Tradition Schillers hinter sich lassen. Insbesondere im Tanz zeigt sich die Verbindung von Aktualität der künstlerischen Arbeiten mit den Besonderheiten der Produktionsweisen schon frühzeitig.
Die Hamburger Choreographin Antje Pfundtner, als aktuelle Protagonistin dieser Entwicklungen, begegnet dem Dramaturgen und Kulturforscher Henning Fülle der diese historisch und analytisch verfolgt – und dessen Buch Die Modernisierung der deutschen Theaterlandschaft soeben erschienen ist.
 
Henning Fülle ist seit den 1990er-Jahren meist freiberuflich als Dramaturg, Kurator und in Forschung und Lehre der Kulturwissenschaften (Karlsruhe, Hildesheim) tätig. 1997 bis 2001 war er Dramaturg auf Kampnagel und wurde kürzlich promoviert mit der ArbeitFreies Theater. Die Modernisierung der deutschen Theaterlandschaft (1960-2010).
 
Antje Pfundtner wurde an der Amsterdamse Hogeschool voor de Kunsten ausgebildet. Seit der Spielzeit 12/13 erhält sie die Hamburger Konzeptionsförderung. Als „Antje Pfundtner in Gesellschaft“ entwickelt sie mit der Dramaturgin Anne Kersting neben Bühnenstücken diverse andere künstlerische Formate, die sich mit dem Thema „Gastgeberschaft“ auseinandersetzen.
 
 
Tipp: Besuchen Sie nach der Veranstaltung das Stück Beach Birds – Das Dancical von Helen Schröder, welches sich mit der Gründung einer Kompanie auseinandersetzt.
09.02. | 18:00 | K33 | Eintritt frei
 
IGOR DOBRICIC (BERLIN)

TABLE TALKS ZU MIKRO-UTOPIEN IM JETZT
THE ART OF NOTICING

Die amerikanische Anthropologin Anna Lowenhaupt Tsing fordert, lokale Strategien für individuelles und kollektives Überleben in den politischen, ökonomischen und ökologischen Ruinen der Zeit als Antriebskraft für Veränderungen wahrzunehmen und zu bekräftigen. Es ist ein Aufruf zum bewussten Wahrnehmen – ein Wahrnehmen des fragilen Netzes provisorischer ästhetischer, politischer und ökonomischer Lösungen, die bereits tagtäglich stattfinden.
Im Vorfeld zum Festival togetherapart möchten wir auf diesen Aufruf mit einer Reihe öffentlicher Gespräche reagieren und damit Aufmerksamkeit für Überlebensstrategien in Krisenzeiten schaffen, die lokale Mikro-Utopien im Jetzt bestärken und pflegen.
Um ein solches Umfeld zu schaffen, das Unsicherheit, Begegnung, Reibung und Verwobenheit aufgreift und anregt, lädt der Dramaturg Igor Dobricic zu einer Reihe von table talks mit lokalen Gästen ein, die bewusst nicht in einem künstlerischen Umfeld heimisch sind. Deren ökologische, aktivistische, politische und ökonomische Perspektive kann unvorhergesehene Verbindungen neuer temporärer Lebenswelten informieren, infizieren und anregen. Die Abende bieten Gelegenheit, sowohl mit den Gästen als auch mit den am K3 arbeitenden Künstler*innen ins Gespräch zu kommen.
 
Igor Dobricic ist Dramaturg im zeitgenössischen Tanz- und Performancekontext. Er arbeitet u.a. mit Nicole Beutler, Christina Ciupke, Jenny Beyer, Meg Stuart und Keren Levi. Seit 2014 ist er Mentor der K3 Residenz-Choreograph*innen. Von 2000 bis 2008 war er Programmleiter der European Cultural Foundation, zudem unterrichtet er concept development an der SNDO in Amsterdam.

 

In englischer Sprache

Das detailierte Programm zu den Einzelterminen wird in Kürze auf unserer Homepage zu finden sein.

 

togetherapart wird gefördert durch die Kulturstiftung des Bundes.

21.02. | 21.02. | 07.03. | 21.03. | jeweils 19:00 | K33 | Eintritt frei
THE ART OF NOTICING