ResidenzchoreographInnen 2010
Im Rahmen des Residenz-Programms von K3 | Tanzplan Hamburg werden auch dieses Jahr drei junge ChoreographInnen ab April in Hamburg arbeiten und im Herbst ihre in der Hansestadt entstehenden Produktionen präsentieren: Im Jahr 2010 erhalten Sebastian Matthias (Berlin), Margret Bjarnadottir (Island) und Lea Martini (Amsterdam / Berlin) eine achtmonatige Residenz am K3. Zudem wird Paulina Pomana (Hamburg), Absolventin des Studiengangs Performance Studies der Universität Hamburg, eine zusätzlich eingeführte viermonatigen Förderresidenz erhalten und im Rahmen des Festivals DanceKiosk im Juli 2010 ein Projekt zeigen.
Für das Residenzprogramm 2010 wurden 105 Bewerbungen aus 35 Ländern eingereicht. Das K3-Team wurde im Vorauswahlprozess von einem Fachgremium, bestehend aus Edith Boxberger (Journalistin), Prof. Nik Haffner (Choreograph / HZT Berlin) und Prof. Dr. Nikolaus Müller-Schöll (Universität Hamburg), beraten.
Sebastian Matthias (geboren 1980) absolvierte seine Tanzausbildung an der Juilliard School, New York, und schließt derzeit seinen MA in Tanzwissenschaft an der FU Berlin ab. Er tanzte u.a. am Nürnberger Staatstheater und bei Hubbard Street Dance Chicago in den USA. 2009 war er Artist-in-Residence im Rahmen von Pépinières européennes pour jeunes artistes am LADMMI, Montréal. In seinem Projektvorhaben beschäftigt er sich mit der Abstraktion von Bewegungsqualitäten. Ausgehend von der Idee der Klangfarben in der Musik, arbeitet er mit sich überlagernden choreographischen „Körperfarben“, die im Körper des Tänzers aufeinander treffen und dort eine hohe Komplexität erzeugen sollen.
Margret Bjarnadottir (geboren 1981) erhielt ihre Ausbildung an der Ballettskoli Gudbjargar Björgvins sowie der Icelandic School of Dance und machte 2006 ihren BA in Choreographie an der ArtEZ Hogeschool voor de Kunsten in Arnhem. 2009 erhielt sie für ihre Produktion „Humanimal“ die Auszeichnungen „Dancer of the Year“ und „Choreographer of the Year“ der Icelandic Theater Awards. In ihrem Projektvorhaben beschäftigt sie sich mit Fragen von Kommunikation und Nicht-Kommunikation. Dabei geht es insbesondere um Prinzipien und Möglichkeiten von Missverständnis auf der Ebene von Körper, Bewegung und Choreographie.
Lea Martini (geboren 1979) studierte am European Dance Development Center, Arnhem sowie an der School for New Dance Developement (SNDO), Amsterdam, wo sie 2009 ihren Abschluss machte. Im gleichen Jahr erhielt sie ein Stipendium des Kultursekretariats NRW und des HSP Huygens Fonds. Mit der Gruppe White Horse sowie anderen Partnern realisierte sie Projekte, die u.a. beim Julidans Festival Amsterdam, dem Festival Freischwimmer und bei 100 Grad Berlin (Jurypreis 2007) gezeigt wurden. In ihrem Projektvorhaben wird sie sich mit Bildern auseinandersetzen, die das kollektive Gedächtnis prägen und diese auf ihr choreographisches Potenzial hin untersuchen.
Paulina Pomana (geboren 1981) machte zunächst eine Ausbildung im Fach Tanzpädagogik an der Lola Rogge Schule in Hamburg und studierte von 2007 bis 2009 "Performance Studies" an der Universität Hamburg. In interdisziplinärer Auseinandersetzung mit dem Thema "Solo" in Performance und Tanz wird sie das Aufführungsformat auf seine Paradoxien hin untersuchen.
Sebastian Matthias (Berlin): Tremor

- © Matthias Quabbe
Zucken, schwingen, zittern, fallen... Worin liegen die Wesenheiten dieser Bewegungen? Wie unterscheiden sie sich in ihrer Wirkung auf die Sinne und den Körper? Unter dem Aspekt der ‚Bewegungsqualität’ lassen sich verschiedene tänzerische Aktionen voneinander trennen. Zusammen mit Isaac Spencer, Lisanne Goodhue und Anna Wehsarg erarbeitet Sebastian Matthias choreographische Bausteine und schafft eine Komposition von Spannungsverhältnissen.
Gerade durch die Formalisierung von Tanzbewegung, der nicht an Ausdruck gelegen ist, entsteht dabei starke Konzentration auf ihre sinnliche Dimension. Diese Wirkung wird durch die Arbeit mit akustischen Frequenzen ergänzt und verstärkt: Die taktile Soundinstallation von Jassem Hindi etabliert den Bühnenraum als akustischen Körper.
In Koproduktion mit der Dampfzentrale Bern.
10., 12., 13. NOVEMBER
20:30 Uhr | p1
12€ | 8€
Publikumsgespräch am 12.11.
MARGRET BJARNADOTTIR (Island): ON MISUNDERSTANDING

- © Magret Bjarnadottir
Aus kollabierendem Verstehen entsteht Konfusion und in dem Durcheinander können jede Menge neuer Entdeckungen gemacht werden. ON MISUNDERSTANDING widmet sich der Natur von Missverständnissen, betrachtet die zusammen brechende Kommunikation, Fehlfunktionen des alltäglichen Verhaltens, Illusionen und Parallelrealitäten.
Ist wirklich alles nur eine Frage der Perspektive? Hadern wir nur mit einer schlechten Übersetzung? Oder ist die Realität das grundlegende Missverständnis (das größte Missverständnis an sich)?
Mit Margrét Bjarnadóttir, Dani Brown and Saga Sigurdardóttir.
24., 26., 27. NOVEMBER
20:30 Uhr | p1
12€ | 8€
Publikumsgespräch am 26.11.
Lea Martini (Amsterdam | Berlin): The End Of As We Know

- ©knipsbuex.de
Während wir auf körperliche Spurensuche nach kollektiven Erinnerungen gingen, geschah uns ein fast zärtlicher Paradigmenwechsel. Unsere Körper rückten aus dem Fokus und der Raum, der uns umgab, trat mit erstaunlicher Sichtbarkeit hervor.
So ist uns das Theater in seiner unmittelbaren Materialität ein Gegenüber geworden, ein Raum, der flexibel und gefügig schon etlichen Umnutzungen standhielt. Der mit hunderten von Visionen und Realitäten überschrieben ist, die sichtbar und unsichtbar Spuren in seiner Textur hinterlassen haben.
Was kann er uns erzählen, wenn wir versuchen ihn einmal nicht funktional zu betrachten? Könnte er Körper sein? Ein Körper mit ganz eigenen Bedürfnissen und Geschichten? Könnten Wände Bein zeigen und der Boden sein goldenes Haar schwingen?
Treten wir zurück und werden Zeuge, wie sich die Bühne dezent vor uns entfaltet.
Mit Dennis Deter, Lea Martini und Anja Müller
In Koproduktion mit artblau Tanzwerkstatt Braunschweig und Theater aktör&vänner Göteborg
08., 10., 11. DEZEMBER
20:30 Uhr | p1
12€ | 8€
Publikumsgespräch am 10.12.
Paulina Pomana (Hamburg): So Lonely

- © Paulina Pomana
In SoLonely eröffnet Paulina Pomana einen Raum, in dem drei unterschiedliche Künstler der Frage nachgehen, inwiefern ein Solo das Werk einer Einzelnen sein kann und in welchem Ausmaß es als gemeinschaftliche Arbeit gedacht werden könnte.
Über das Thema Erinnerung wird die Schnittstelle von Realität und Fiktion sichtbar gemacht. Wer bin ich, wenn ich mich erinnere und wo bin ich in der Erinnerung der Anderen? Wie viel Nähe verträgt eine Performance, die sich von dem Alleinsein auf ein Gegenüber hin bewegt?
Konzept: Paulina Pomana
Von und mit: Ivona Sijakovic, Volkmar Sippel, Paulina Pomana
Video: Jonas Kolenc, Ivona Sijakovic
Künstlerische Beratung: Matthias Quabbe, Marcus Dross
mit freundlicher Beteiligung von: Familie Kolbe & Philip Sippel
Weitere Informationen hier.
26., 27. JULI | 20:00 Uhr | Hamburger Sprechwerk
15€ | Ermäßigt 11€
SoLonely ist eine Produktion von K3 – Zentrum für Choreographie | Tanzplan Hamburg. Tanzplan Hamburg wird von Tanzplan Deutschland, einem Initiativprojekt der Kulturstiftung des Bundes, und von der Kulturbehörde der Freien und Hansestadt Hamburg gefördert und findet in Kooperation mit Kampnagel Hamburg statt. Partner: Performance-Studies | Universität Hamburg.
SoLonely wird gefördert von der Hamburgischen Kulturstiftung.
BEWERBUNGSFRIST FÜR DAS RESIDENZPROGRAMM 2011: 31.05.2010
Die Residenz umfasst den Zeitraum April bis Dezember 2011 und beinhaltet u.a. ein Produktionsbudget sowie ein qualifizierendes Kursprogramm.
Die Ausschreibung erfolgt VORBEHALTLICH DER WEITERFÖRDERUNG VON K3 | TANZPLAN HAMBURG AB 2011 durch die Freie und Hansestadt Hamburg.
Alle Informationen zur Bewerbung hier
Residenzchoreographinnen 2009

- ©Thies Rätzke
Im April 2009 haben die ChoreographInnen Fabian Barba (Ecuador), Gudrun Lange (Düsseldorf) und Begüm Erciyas (Türkei) ihre achtmonatige Residenz im Rahmen von K3 | Tanzplan Hamburg begonnen. Mehr zu den im November und Dezember entstandenen Produktionen hier.

- ©Thies Rätzke
Residenzchoreographinnen 2008
Im April 2008 haben die drei Choreographinnen – Lucia Glass (Berlin), Sylvi Kretzschmar (Köln) und Doris Stelzer (Wien) – ihre neunmonatige Residenz im Rahmen von K3 | Tanzplan Hamburg begonnen. Wie im Pilotjahr werden sie im November und Dezember ihre in Hamburg entstehenden Projekte präsentieren.
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Residenzchoreographinnen 2007

- ©Ewa Ferens
Im April 2007 startete das „K3-Residenzprogramm“ in seine Pilotphase. Aus über 80 internationalen Bewerbungen wurden drei Choreographinnen ausgewählt – Monica Antezana (Hamburg, D/ Cochabamba, BO), Jenny Beyer (Rotterdam, NL/ Hamburg, D) und Lina Lindheimer (Gießen, D/ Berlin, D) Die, das K3-Team in der Auswahl der Residenzen beratende Fachjury 2007, bestand aus Edith Boxberger (Tanzjournalistin), Stefan Hilterhaus (Künstlerischer Leiter PACT Zollverein) und deufert + plischke (Künstlerzwilling). Die im Rahmen ihrer Residenz entstehenden Choreographien wurden im November und Dezember 2007 im Rahmen von K3 auf Kampnagel gezeigt (mit freundlicher Unterstützung der Alfred Toepfer Stiftung) Mehr...