Residenzchoreographinnen 2008

Wie im Jahr zuvor starteten die drei Residenzchoreographinnen im April das „K3-Residenzprogramm“. Aus rund 100 internationalen Bewerbungen wurden ausgewählt:

Die im Rahmen ihrer Residenz entstandenen Choreographien waren im November und Dezember 2008 im Rahmen von K3 auf Kampnagel zu sehen.

Das, das K3-Team in der Auswahl der Residenzen beratende Gremium 2008, bestand aus:

  • Edith Boxberger (Tanzjournalistin)
  • deufert + plischke (artistwin)
  • Sally de Kunst (Künstlerische Leitung, Festival „Belluard Bollwerk     International“, Fribourg/Schweiz)

Zum Start der Residenz haben Lucia Glass, Sylvi Kretzschmar und Doris Stelzer gemeinsam mit Studierenden der Performance Studies (Universität Hamburg) in einem Workshop mit Christa Spatt (Künstlerische Leiterin des Festivals [8:tension], Wien), über Kommunikationsstrategien im Berufsfeld Tanz diskutiert. Von Mitte April bis Ende Mai begegneten sich unter dem Titel „Bewegungsmelder“ Auszubildende der Siemens AG und die K3-Residenz-Choreographinnen in einem Vermittlungsprojekt. Die Ergebnisse wurden auf der Bühne p1 präsentiert.

Künstlerische Beratung Residenzen 2008: Marcus Droß (Düsseldorf) und Nik Haffner (Barcelona / Frankfurt).

Die Residenzproduktionen 2008 werden von K3 – Zentrum für Choreographie | Tanzplan Hamburg auf Kampnagel produziert und von der Rechtsanwaltskanzlei Friedrich / Korch / Hanefeld und der Hamburgischen Kulturstiftung unterstützt. Das Projekt „Bewegungsmelder“ im Rahmen des Residenzprogramms 2008 fand in Kooperation mit dem Siemens artsprogram statt.

 

 

Lucia Glass

THE SETTING
PREMIERE: 05. NOVEMBER 2008

Wiederaufnahme: 08. März 2009

„The Setting“ platziert Zuschauer, Set, Haltungen, Gesten und Blicke in einen dunklen Raum. Eindrücke von Orten und Plätzen tauchen auf, kurz ist man im Film und dann wieder am Set. Drei Figuren formen sich zu Lichtpunkten, die immer kleiner werden, bis sie verschwinden. Blinzelnd wird der Zuschauer Augenzeuge einer Choreographie der Blicke, die konstant zwischen Narration, Fiktion und Kunst oszilliert.

Konzeption | Choreographie: Lucia Glass
Tanz | Choreographie: Andreas Albert Müller, Nils Ulber, Lucia Glass; Bühne: Christin Vahl; Kostüme: Sebastian Ellrich; Künstlerische Mitarbeit: Manon Santkin und David Bergé

Lucia Glass arbeitet in den Bereichen Choreographie, Installation und Performance. Sie studierte Tanz und Performing Arts am EDDC/HKA in den Niederlanden und tanzte u.a. mit Eszter Salamon, Thomas Lehmen und Mette Ingvartsen. Eigene Arbeiten u.a.: „Kalt“ (2006), „Verstärker“ (2007), „Poster Performance“ (2008), „Bernhard tanzt“ (2008). 2008 erhielt sie das Arbeitsstipendium für Tanz des Berliner Senats.

Sylvi Kretzschmar

LAUTSPRECHER / SPEAKER

PREMIERE: 19. NOVEMBER 2008

Wiederaufnahme: 06. März 2009

Wer spricht? Gibt es körperlose Stimmen? Wie entstehen Halluzinationen? Sylvi Kretzschmar hat „Stimmen-Hörer“, Hirnforscher und Psychiater in Hamburg und ganz Deutschland interviewt. Ihre Recherche ist Ausgangspunkt einer Choreographie, die Beschaffenheit, Anwesenheit, Durchlässigkeit und Grenzen des Körpers auf der Bühne befragt. Der Lautsprecher ist dabei die technische Entsprechung einer Performerin, deren Körper zur Membran wird.

Konzept | Performance | Musik: Sylvi Kretzschmar
Künstlerische Mitarbeit: Katrin Mayer, Hanna Linn Wiegel

Mit Unterstützung von PACT Zollverein / Choreographisches Zentrum NRW

Sylvi Kretzschmar nähert sich dem Medium Choreographie aus der besonderen Perspektive ihrer Herkunft von (elektronischer) Musik und Performance. Die Absolventin des Gießener Instituts für Angewandte Theaterwissenschaft arbeitet in verschiedenen Konstellationen sowie solo am Format Konzert-Performance und dessen Verbindungen zum Tanz (Arbeiten mit Camilla Milena Féher (NL), Electronic Music Theatre (Frankfurt), NEBL987 (Düsseldorf), Poni (BE) u.a.).

Doris Stelzer

VIEWS IN PROCESS
PREMIERE: 03. DEZEMBER 2008  

Wiederaufnahme: 07. März 2009

In „views in process“ analysiert Doris Stelzer die kommerzielle Verwertung des Körpers und die aktuellen Trends in der medialen Körperinszenierung. Gängige Klischees und Stereotypen werden im Hinblick auf das eigene und das andere biologische Geschlecht und deren soziale Konstruktion hinterfragt. Ein Reflektieren der Wahrnehmungsmuster und ein sensibler Umgang mit den Abweichungen vom Normkörper werden eingefordert. „views in process“ ist nach „shifted views – extended“ der dritte Teil einer Forschungsserie zum Thema zeitgenössischer Körperinszenierung und aktueller, gesellschaftspolitischer Körperbilder.

Konzept | Choreographie: Doris Stelzer
Performance: Ondrej Vidlar, Josep Caballero Garcia; Künstlerische Mitarbeit: Lieve De Pourcq; Sound: Mariella Greil, Werner Möbius; Fotografie: Bettina Frenzel

Doris Stelzer studierte in Wien Biotechnologie und Tanz. Sie war danceWEB-Stipendatin 2001 und Artist in Residence bei ImPulsTanz 2006. Choreographien u.a.: „shifted views – extended“, „shifted views“, ImPulsTanz [8:tension] 2007; „microscopic view part 2“, MAK 2007; „microscopic view“, dietheater Künstlerhaus 2005, Tanzquartier Wien 2007. www.dorisstelzer.at