Claudia Lichtblau
NOTETT, Randbemerkungen
URAUFFÜHRUNG: 02. OKTOBER, 18:00 UHR
WEITERE VORSTELLUNGEN: 04. UND 05. OKTOBER, 18:00 UHR
TEIL 1: STADTPARK, VOR DEM PLANETARIUM | TEIL 2: KAMPNAGEL, P1
TREFFPUNKT: 18:00 UHR KAMPNAGEL KASSE, BUSSHUTTLE ZUM STADTPARK UND ZURÜCK
12 € | ERMÄSSIGT 8 €
Notett
Wie sprechen, wenn alles gesagt scheint? Und wie findet Kunst ihren Ort? Die Essener Choreographin Claudia Lichtblau ist eine Ausnahmekünstlerin, die ihr Schaffen als Denken in Körpern versteht, reduziert auf ein Wesentliches, in einer schonungslosen Selbstbefragung, an der sie den Betrachter teilhaben lässt. Im Ruhrgebiet hat sie Industriebrachen für ihre Kunst erschlossen. Als Folkwang-Absolventin und ehemalige Choreographin des von Pina Bausch geleiteten Folkwang-Tanzstudios steht sie in einer bedeutenden Tradition des Tanzes in Deutschland, mit der auch Hamburgs Tanzgeschichte verbunden ist. Auf Einladung der Tanzinitiative Hamburg entsteht ein Stück, das in einer Passage vom Stadtpark auf die Kampnagel-Bühne P1 Bewegungs- und Klangräume von Choreographie verortet.
Mit Marine Fourniol und Matthias Hartmann
Choreographie: Claudia Lichtblau
Musik und Klangräume: Kilian Schwoon
Posaune: Brent Foster
Kostüme: Margit Koch

- ©Jens Hasenberg
Orte erschließen, Räume öffnen: Geschichte als Vision
Die Erschließung von Räumen in spannenden Kontexten und ungewöhnlichen Inszenierungen im zeitgenössischen Tanz ist seit jeher das Anliegen der Produzentinnen Barbara Schmidt-Rohr und Irmela Kästner in der Tanzinitiative Hamburg.
Dazu laden sie immer wieder außergewöhnliche Künstlerpersönlichkeiten zur Arbeit in die Hansestadt ein. Einen Raum zu erschließen, versteht sich diesmal auch in einem historischen Sinn. In einem Bewusstsein von Geschichte, nicht in der Nacherzählung sondern in der Öffnung zur Vision. Im Hamburger Stadtpark unter freiem Himmel hat zu Beginn der 1920er Jahre Rudolf Laban, dessen Todestag sich in diesem Jahr zum 50. Mal jährt, die ersten Bewegungschöre ins Leben gerufen. Ein Ort, der damals wie heute zur Neupositionierung von Choreographie und Tanz inspiriert. Die Arbeit von Claudia Lichtblau aus Essen, die zu den konsequentesten, eigenwilligsten Choreographinnen ihrer Generation gehört, basiert im Wesentlichen auf der Laban’schen Choreutik, ihre Ästhetik ist jedoch zeitgenössisch, wenn nicht gar zeitlos. Sie thematisiert ein Individuum, das sich an den Rändern und in Zwischenräumen bewegt.
„Ihre Arbeit produziert aus den Versatzstücken einer als Steinbruch genutzten Tanzkunst reale Ereignisse“, sagt der Philosoph Rupert J. Seidl über Lichtblaus Arbeit. Vor dem Hintergrund von Lichtblaus Werk, in dessen Mittelpunkt die choreographische Erschließung des stillgelegten und mittlerweile zum Unesco- Weltkulturerbe ernannten Industrieareals Zollverein im Ruhrgebiet steht, ist der zweite Teil ihrer inszenatorischen Auseinandersetzung mit dem Ort K3-Zentrum für Choreographie auf dem ehemaligen Industriegelände Kampnagel darum ebenso spannend. Denn diese berührt auch Fragen zur Institutionalisierung von Kunst, wie sie vergleichsweise in Essen und auf Kampnagel stattfindet. Fragen, die heute mehr denn je nicht allein Lichtblaus künstlerisches Schaffen durchkreuzen.
www.tanzinitiative.de
05. Oktober, 16:00-17:30 Uhr, K3-Studio K3, Eintritt frei
Ortsbestimmungen
Claudia Lichtblau und Laurent Chétouane im Gespräch mit Irmela Kästner
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Eine Produktion von Schmidt-Rohr / Kästner – Tanzinitiative Hamburg in Koproduktion mit K3 – Zentrum für Choreographie | Tanzplan Hamburg auf Kampnagel. Gefördert von der Kulturbehörde der Freien und Hansestadt Hamburg. Claudia Lichtblau wird gefördert vm Ministerpräsidenten des Landes NRW und vom Kulturbüro der Stad Essen. Wir danken dem Bezirksamt Hamburg-Nord, dem Planetarium Hamburg und der Roten Doppeldecker GmbH.
Karten gibt es unter 040 / 270 949 49 oder hier online reservieren
